Gefunden oder nicht gefunden werden – das ist hier die Frage.
SPDY – schneller als HTTP
Google-Mitarbeiter entwickeln derzeit ein neues Protokoll für die Kommunikation zwischen Browser und Web-Server. SPDY (ausgesprochen “SPeeDY”) nutzt wichtige Prinzipien von HTTP und setzt auf TCP auf. Erste Tests ergaben eine Geschwindigkeitserhöhung bis zu 64% beim Abruf von Websites.
Problematisch am derzeit eingesetzten HTTP ist die Performanz. Das Google White Paper des neuen Protokolls bringt die Schwachpunkte dabei auf den Punkt:
- Mittels HTTP wird meist nur eine Anfrage pro Verbindung gesendet und beantwortet. Pipelining und parallele Anfragen sind zwar bereits eine Verbesserung, trotzdem noch nicht optimal.
- Nur der Browser kann Verbindungen aufbauen. Selbst wenn der Server weiß, dass zu einer HTML-Website auch Bilder ausgeliefert werden sollen, muss er auf die Anfrage durch den Client warten.
- Die Kopf-Informationen (Header) sind bisher gänzlich unkromprimiert. Der Datenteil ist nur optional komprimiert.
- In Headern werden Informationen oft doppelt gesendet (z. B. Name des User-Agents), obwohl der Server diese Informationen bereits kennt.
Das Protokoll SPDY tritt an, diese Probleme zu lösen. Ein wichtiges Ziel in der Entwicklung war dabei neben der Verringerung von Ladezeiten und der Optimierung der Bandbreitennutzung auch die einfache Umsetzung in der Praxis. SPDY soll weder HTML noch TCP ersetzen, sondern lediglich HTTP ablösen.
Die Konzepte sind dabei so einfach wie genial. Über eine einzige TCP-Verbindung werden alle Datenströme übertragen – das spart den zeitaufwendigen Verbindungsaufbau. Angefragte Ressourcen werden zudem priorisiert. Der Browser kann also vorab entscheiden, welche Daten zuerst ausgeliefert werden sollen. Header und Daten sind in jedem Fall komprimiert und auch der Server kann entscheiden, ob ein Client zusätzlich weitere Ressourcen gebrauchen könnte und diese dem Browser optional mitsenden. Die Übertragung erfolgt dabei immer unter Nutzung von SSL, was nicht nur helfen soll, Anwendungen sicherer zu machen, sondern auch das Abfangen des neuen Protokolls an Proxies verhindern soll.
SPDY hat derzeit aber auch noch einige ungeklärte Aspekte. Da nur genau eine TCP-Connection aufgebaut wird, ist es problematisch, wenn genau diese eine Verbindung abreist. Auch die prozentuale Auslastung von Breitbandverbindungen und die Dauer für einen SSL-Handshake sind noch nicht optimal.
Mit ersten Prototypen, bestehend aus Browser und Server, die beide SPDY beherrschen, konnten dennoch beachtliche Ergebnisse erzielt werden: Die Header-Kompression spart über 80% des Kommunikationsaufwandes. Insgesamt bewegt sich der Geschwindigkeitszuwachs für die Datenübertragung zwischen 30 und 60%. Der Name SPDY kommt also nicht von ungefähr. Das Vier-Buchstaben-Kürzel soll dabei übrigens eine Anspielung auf die Kompression sein. Ein schnelles Protokoll, also “SPeeDY” kann man durch Datenverdichtung noch schneller machen: SPDY.




















leider unterstützt Firefox derzeit noch nicht das Proticol SPDY.
“Does any Firefox build contains SPDY protocol support ? … No, Firefox does not have SPDY support.”